Ju Air konzentriert sich aufs Kerngeschäft

Foto: Ju Air

Die Schweizer Ju Air hält weiter daran fest, den Flugbetrieb zur Saison 2021 wieder aufzunehmen. Intern sortiert sich die Oldtimer-Airline nun neu, die Wartung der Flugzeuge und Motoren wird abgegeben. Und auch der Chef verlässt die Kommandobrücke.

Seit der Gründung 1983 ist Kurt Waldmeier so etwas wie das Gesicht der Ju Air, die in Dübendorf bei Zürich ihre Heimat hat. Der 69-Jährige war von Beginn an mit an Bord, flog die Ju-52 der einzigartigen Schweizer Fluggesellschaft sogar selbst und lenkte die Ju Air als Vorstandschef auch durch die turbulenten Monate nach dem Absturz der HB-HOT im Sommer 2018. Nun verlässt der CEO das Cockpit und tritt als Chef der Ju Air zurück. Er räumt damit das Feld für einen Nachfolger, der noch nicht feststeht. Mit dem Unglück am Piz Segnas, das am 4. August des vergangenen Jahres die heile Welt der Airline jäh zerstörte, habe Waldmeiers Rücktritt allerdings nichts zu tun, wie die Ju Air in einer Pressemitteilung betont: Vielmehr sei die Verjüngung der Führung schon davor begonnen worden und werde nun entsprechend weitergeführt. Für „strategische Fragen“ stünde er jedoch auch künftig zur Verfügung, betonte Waldmeier.

Kein eigener Wartungsbetrieb mehr

Erklärtes Ziel der Ju Air ist es weiterhin, im Frühjahr 2021 den Flugbetrieb wieder aufzunehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt sich die Ju Air nicht nur personell, sondern auch strukturell neu auf. Im Zuge dessen wird der hauseigene Wartungsbetrieb, der bisher für laufenden Unterhalt, Reparaturen und Überholungen der Junkers Ju-52 zuständig war, aufgelöst. Die technische Betreuung der historischen Flugzeuge übernimmt künftig die ebenfalls in Dübendorf ansässige Junkers Flugzeugwerke AG, die bereits jetzt die aktuell laufende Grundüberholung der drei verbliebenen Ju-52 der Ju Air verantwortet. Die bisher bei der Ju Air beschäftigten Ingenieure und Mitarbeiter sollen alle übernommen werden. So sei sichergestellt, „dass das jahrzehntelange Know-how zu den historischen Flugzeugen erhalten bleibt“, betont die Ju Air. Man werde zudem aus dem letztjährigen Unfall weiter lernen und auch „die Erkenntnisse der noch ausstehenden Unfalluntersuchung“ in die neue Organisation mit einfließen lassen, machte Waldmeier klar.

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Bisher flogen die Ju-52 der Ju Air mit den Originaltriebwerken aus dem Hause BMW. Künftig sollen sie jedoch von Pratt & Whitney-Sternmotoren angetrieben werden.

Ju-52 erhalten Wasp-Motoren

Auch für die laufende Motorenwartung zeichnen künftig die Junkers Flugzeugwerke verantwortlich. Für Grundüberholungen werden die Motoren an einen externen Spezialbetrieb übergeben. Dieser werde im Rahmen der Beschaffung der für die Ju Air neuen Wasp-Sternmotoren von Pratt & Whitney bestimmt, mit denen die drei Schweizer Ju-52 ab 2021 fliegen sollen. Die originalen BMW 132-Triebwerke würden aus Altersgründen vorsorglich ausgetauscht, so die Ju Air weiter.

In der Hauptsache werde die Ju Air, die zum Verein der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL) gehört, allerdings nach wie vor von freiwilligen Helfern getragen: „Rund 100 Freiwillige, zu denen auch die Piloten und Kabinenbesatzungen gehören, werden auch künftig das betriebliche Rückgrat der Ju Air bilden.“ Ab sofort konzentriere sich die Ju Air „auf den eigentlichen Flugbetrieb, die Passagiere und die Freiwilligen.“

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