Die israelischen Luftstreitkräfte habe ihr ältestes Flugzeug außer Dienst gestellt. Für die wenigen noch vorhandenen 707-Tanker wird ein Nachfolger gesucht.

Die 707 mit der Nummer 140 absolvierte ihren letzten Einsatzflug bei der IAF mit zwei Jagdbombern vom Typ Adir (Lockheed Martin F-35I) der 140. Staffel („Golden Eagle“).

„Dieser Flug hatt etwas Symbolisches an sich“, sagte Oberstleutnant T., der Kommandant der 120. Staffel („Desert Giants“). „Bei seinem letzten Flug betankte das erfahrenste Flugzeug der Streitkräfte das neueste Flugzeug der Streitkräfte.“

An dem Flug nahmen sowohl junge als auch erfahrene Besatzungsmitglieder teil. „Ich entschied, dass es eine Beteiligung sowohl von den jungen, motivierten und zukunftsorientierten Flugbesatzungsmitgliedern der Staffel als auch von den erfahrenen Besatzungen geben würde, die ihre Weisheit einbringen und den Geist der Staffel symbolisieren würden. Der Flug war für mich ein emotionales Ereignis, und ich bin sicher, dass sich jeder, der daran teilgenommen hat, noch viele Jahre daran erinnern wird“, betonte Oberst T.

„Die Tatsache, dass wir in der Lage sind, Luftbetankungen durchzuführen, macht uns zu einer starken Macht im Nahen Osten“, sagte Brigadegeneral Eyal Grinboim, Kommandant der Nevatim AFB, während der Zeremonie letzte Woche. „Wir können unsere Kampfflugzeuge und Transportflugzeuge überall auf der Welt einsetzen. Das beweisen wir jeden Tag“.

Die 707 mit der Nummer 140 wurde 1979 als Gebrauchtflugzeug in Dienst gestellt und war die erste Re’em, die den Umbau zum Tanker durchlief. Insgesamt hat die Boeing 707 62000 Flugstunden, 20000 Einsätze und 15000 Luftbetankungen hinter sich.

Bombardierung des PLO-Hauptquartiers in Tunesien

Eine der Operationen, an denen das Flugzeug teilnahm, war 1985 die Operation „Holzbein“. Während der Operation bombardierte das IAF das Hauptquartier der PLO (Palestine Liberation Organization) in Tunesien. Dieser Einsatz gilt als der weitreichendste Angriffseinsatz der israelischen Luftwaffe.

„Wir haben die Jets mehrmals betankt“, erinnert sich Col. (Res) Y, der führende Navigator der Operation. „Eines der Betankungsflugzeuge wartete nach dem Einsatz auf die Jets, um sie wieder zu betanken. Dann flogen wir zurück nach Israel, tankten auf und starteten wieder, um als Backup zu fungieren, falls eines der Kampfflugzeuge eine Fehlfunktion hatte“.

Während des Fluges trat jedoch ein Fehler in den Navigationssystemen des Flugzeugs auf und Col. (Res) Y musste „mit veralteten Verfahren navigieren, die Dutzende von Jahren zuvor genutzt wurden. Dennoch wurde ich genau für solche Situationen zum Navigator ausgebildet, und meine Ausbildung lehrte mich, wie ich meine Arbeit verrichten kann, auch wenn meine Instrumente versagten. Dieser Flug war von nationaler Bedeutung“.

Derzeit sind in Nevatim wohl noch weniger als eine Handvoll 707-Tanker vorhanden. Um diese in Betrieb zu halten kauften die Israelis im Frühjahr 2017 in Brasilien eine abgestellte 707 für die Ersatzteilgewinnung.

Boeing 707 Re´em der israelischen Luftstreitkräfte in Nevatim. Foto: IAF

Boeing 707 Re´em der israelischen Luftstreitkräfte in Nevatim.

Im letzten Jahr gab es Meldungen, dass die IAF den Prozess zur Beschaffung neuer Tanker begonnen hat. Die größten Chancen hat dabei die KC-46A von Boeing. Der US-Hersteller hat angeblich ein Angebot von IAI Bedek blockiert, die gebrauchte 767 zu Tankern umrüsten wollte, zu deutlich günstigeren Preisen.

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