Zu den Hochzeiten des Kalten Kriegs dominierten Jets wie Lockheed F-104 Starfighter, McDonnell Douglas F-4 Phantom II oder Mikojan MiG-21 die Szenerie – und zwar in enormer Stückzahl. Effizienter und leistungsstärker, aber auch teurer, können die meisten heutigen Muster mit diesen Stückzahlen nicht annähernd mithalten. So steht etwa die Dassault Rafale derzeit bei 175 gebauten Exemplaren (Stand Januar 2019) – ihr schwedischer Gegenspieler Saab Gripen kommt immerhin auf rund 250. Beide haben die Top 10 der meistverwendeten Kampfjets damit klar verfehlt – beide werden allerdings noch gebaut, während stärker verbreitete, ältere Muster deutlich auf dem Rückzug sind. Schon bald wird außerdem die Lockheed F-35 den Sprung unter die zehn häufgsten Kampfflugzeuge der Welt schaffen. Sie liegt aktuell bei einer Stückzahl von rund 360 (Stand Januar 2019) – Tendenz steigend.

Platz 10: Suchoi Su-24

377 aktive Flugzeuge

Foto: FR-Archiv

Wie viele der weltweit als aktiv gemeldeten Su-24 tatsächlich noch flugfähig sind, lässt sich schwer sagen. Und tatsächlich befindet sich dieser sowjetische „Dinosaurier“ des Kalten Krieges, der 1967 erstmals flog und bei der NATO den Codenamen „Fencer“ trug, längst auf dem absteigenden Ast. So kündigten die russischen Luftstreitkräfte bereits 2012 an, bis 2020 alle ihre Su-24 durch die modernere Su-34 ersetzen zu wollen. Das dürfte zwar eng werden, denn momentan stehen in Russland noch immer 294 „Fencer“ im Dienst – zumindest auf dem Papier. Dennoch ist das Ende absehbar.

Die mit Schwenkflügeln ausgestattete Su-24 wurde in der UdSSR ab 1974 als taktischer Allwetter-Bomber eingesetzt. Die beiden Piloten sitzen, wie bei der ähnlich konstruierten General Dynamics F-111, im Cockpit nebeneinander. Als tieffliegendes, allwettertaugliches Bodenkampfflugzeug ist sie neben der F-111 auch mit dem Tornado vergleichbar. Leistungsstark und befähigt, selbst von schlecht präparierten Flugplätzen zu starten, leistete die Su-24 während des Kalten Krieges und darüber hinaus gute Dienste. Insgesamt wurden rund 1400 „Fencer“ gebaut.

Weitere aktuelle Nutzer sind neben Russland Algerien (23 Flugzeuge), der Iran (23), Libyen (2), Syrien (20), der Sudan (3) sowie die Ukraine (12).

Platz 9: Northrop F-5

396 aktive Flugzeuge

Foto: Patrick Hoeveler

Die F-5-Familie ist eines der wenigen Beispiele von amerikanischen Kampfflugzeugen, die ihren großen Erfolg vor allem außerhalb der USA feierten. Als leichter Jäger und Jagdbomber konzipiert, erhielten zahlreiche befreundete Nationen die F-5A/B Freedom Fighter und später die verbesserte F-5E/F Tiger II. Bis 1987 wurden 2246 Serienmaschinen produziert. Erstflug des Prototypen war am 30. Juli 1959.

Aktuell größter Nutzer ist Südkorea mit 194 Jets (158 F-5E und 36 F-5F). In Europa setzt die Schweizer Luftwaffe noch 29 F-5E Tiger II ein – auf Flugshows begeistert auch deren Kunstflugteam „Partrouille Suisse“ mit seinen sechs rot-weiß lackierten F-5E das Publikum. Die Patrouille Suisse ist damit das einzige Kunstflugteam in Westeuropa, das auf ein überschallschnelles Einsatzflugzeug setzt.

Hinsichtlich der Weiterentwicklung der F-5 lohnt außerdem ein Blick in den Iran. Hier existieren mit den Nachbauten Azarakhsh, Saeqeh (mit Doppelletitwerk) und Kowsar gleich drei heimische Derivate der in den 60er-Jahren noch an die Schah-Regierung gelieferten F-5A. Die Kowsar wurde erst im Sommer 2018 als iranische Eigenentwicklung der Öffentlichkeit präsentiert. Sie gleicht äußerlich der „normalen“ F-5, soll aber moderne Avionik und ein neues Radar besitzen.

Platz 8: Suchoi Su-25

485 aktive Flugzeuge

Foto: Patrick Hoeveler

Die Su-25 wurde Ende der 60er Jahre als klassisches Schlachtflugzeug entwickelt. Die erste Maschine flog bereits am 22. Februar 1975. Mehr als 1000 Exemplare wurden gebaut, von denen viele exportiert wurden. Neben Russland (200 Flugzeuge) setzen zahlreiche Luftstreitkräfte in Afrika, Osteuropa und Asien auf die von der NATO „Frogfoot“ getaufte Su-25. Außerdem besitzt Peru noch 18 Flugzeuge. In Russland ist man bestrebt, das Flugzeug durch laufende Modernisierungen für die Zukunft fit zu machen. Die aktuellste Version ist die Su-25M3. Wie viele der global noch vorhandenen Exemplare tatsächlich flugbereit sind, ist jedoch offen.

Der russische Volksmund kennt die Su-25 auch unter dem Spitznamen „Gratsch“ (Saatkrähe). Die Konstruktion des Erdkampfflugzeugs legt einen besonderen Fokus auf Robustheit. Die Frontscheibe besteht aus Panzerglas, das Cockpit ist von einer geschweißten, bis zu 24 Millimeter dicken Titanverkleidung umgeben. Ihr starkes Fahrwerk ermöglicht der Su-25 den Einsatz von schlecht präparierten Pisten, die Tanks in Rumpf und Tragflächen sind selbstabdichtend. Die beiden Tumanski R95Sh-Trebwerke lassen sich zur Not auch mit Benzin und Diesel betreiben. Außerdem steht für die Su-25 ein breites Waffenarsenal zur Verfügung.

Platz 7: Eurofghter Typhoon

553 aktive Flugzeuge

Foto: PZ

Der Eurofighter war ursprünglich als europäische Antwort auf die Top-Flugzeuge des Warschauer Pakts, MiG 29 und Su 27, in Auftrag gegeben worden. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs stand das Projekt mehrere Jahre auf der Kippe – ein teurer, hoch-agiler Luftüberlegenheitsjäger wurde nun nicht mehr gebraucht. Letztlich entschieden sich die Regierungen der an dem Projekt beteiligten Nationen Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien jedoch, die Entwicklung des Flugzeugs fortzuführen und dem Eurofighter eine neue militärische Rolle zuzuweisen: Der 1994 zum Erstflug gestartete Kampfjet, seit 1997 „Typhoon“ genannt, ist nun ein veritables Mehrzweckkampfflugzeug, das verschiedenste Rollen ausfüllen kann.

Die Serienproduktion begann 2003, die ersten Einsatzmaschinen traten 2006 ihren Dienst an. Eine von der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH in Hallbergmoos angestrengte weltweite Vermarktung verfing vor allem in den Golfstaaten – hier steht der Eurofighter bei den Streitkräften Saudi-Arabiens (72 Maschinen), Omans (12) und Kuwaits (28) im Dienst, Katar hat 24 Typhoons bestellt. Außerdem setzt Österreich 15 Eurofighter der Tranche 1 ein.

Platz 6: Chengdu J-7 / F-7

810 aktive Flugzeuge

Foto: USAF/Keller

In den 60er Jahren begann China mit dem Nachbau der sowjetischen Mikojan MiG-21. Die als J-7 bezeichnete Maschine flog erstmals am 17. Januar 1966 und wurde in zahlreichen Versionen gefertigt. Die chinesische Luftwaffe setzt auch über 50 Jahre später noch auf den robusten Oldie: 388 J-7 fanden sich Ende 2018 im Bestand. Dazu kommen 30 weitere Flugzeuge, die von der chinesischen Marine betrieben werden.

Als F-7 exportierte China die Chengdu J-7 auch in andere Länder. Die Produktion endete erst im Mai 2013 mit der Übergabe der letzten Jets an Bangladesch. Die Vorzüge des Flugzeugs – insbesondere für die Streitkräfte ärmerer Nationen – liegen auf der Hand: Es ist günstig und technisch nicht besonders komplex, bietet aber dennoch ausreichende Kampfkraft und ist verhältnismäßig leicht zu warten.

Mehr als 2400 Exemplare von J-7 und F-7 wurden gebaut, von denen derzeit noch 810 als aktiv gemeldet sind. Größte Nutzer neben China sind Pakistan mit 136 Maschinen (plus sieben FT-7-Trainer) und Nordkorea mit 120 Flugzeugen (Stand Januar 2019).

Platz 5: Mikojan MiG-29

829 aktive Flugzeuge

Foto: Patrick Zwerger

Die MiG-29 bleibt mit neuen Versionen weiterhin ein Bestseller. Seit dem Erstflug am 6. Oktober 1977 wurden mehr als 1600 Exemplare produziert. Größter aktueller Nutzer ist Russland mit rund 250 Maschinen.

In Deutschland waren bis 2004 ebenfalls 24 MiG-29 beheimatet. Die Maschinen flogen ab 1988 bei der NVA in Preschen und wurden später – nach Auflösung der DDR-Streitkräfte – von der Bundesluftwaffe übernommen.

Die neueste Version des einst bei der NATO gefürchteten Kampfflugzeugs firmiert unter der Bezeichnung MiG-29M, wobei die russischen Streitkräfte den Jet als MiG-35 bezeichnen. Neben stärkeren RD-33K-Triebwerken aus dem Hause Klimow besitzt der neueste Spross der MiG-29-Familie ein vierfach redundantes Flugmanagementsystem sowie drei farbige Multifunktionsdisplays im Cockpit. Außerdem ist die MiG-35 mit dem neuen AESA-Bordradar NIIR Schuk ausgestattet.

Die russische Luftwaffe plant, mittelfristig ihre alternden MiG-29-Varianten durch neue MiG-35 zu ersetzen. Außerdem haben Ägypten und Syrien das Flugzeug bestellt.

Platz 4: Boeing F-15 Eagle

924 aktive Flugzeuge

Foto: Boeing

Als Hochleistungsabfangjäger entworfen, ging die F-15 Eagle am 14. November 1974 offiziell bei der US Air Force in Dienst. Zwischen dem Erstflug am 27. Juli 1972 und der Indienststellung der Eagle vergingen somit lediglich 27 Monate. Später folgten Exporte nach Japan und Saudi-Arabien.

Mit der Einführung der modernisierten F-15E, die Ende 1986 erstmals abhob, bekam das Programm weiteren Schub. Auch Singapur und Südkorea entschieden sich in den Folgejahren für die Eagle. Dazu kamen Aufträge aus Israel (25 F-15I), Südkorea (60 F-15K) sowie Ende 2016 aus Katar (72 F-15QA). Vor allem durch letzteren Großauftrag ist die Produktion der F-15, die Boeing durch die Übernahme des vormaligen Konkurrenten McDonnell Douglas „geerbt“ hat, bis 2020 sichergestellt.

Die zweisitzige F-15E „Strike Eagle“ und ihre moderneren Derivate erweiterten das Einsatzspektrum der F-15 erheblich. War das Flugzeug bis dato vor allem in seiner originären Rolle als Abfangjäger in der Pflicht, lässt sich die „Strike Eagle“ auch mit umfangreicher Luft-Boden-Bewaffnung bestücken. Herauszuheben ist dabei die hohe Zuladung: Die F-15E kann mehr als 11000 Kilogramm Waffen aufnehmen.

Platz 3: Suchoi Su-27 / Su-30

1066 aktive Flugzeuge

Foto: Patrick Zwerger

Obwohl die Su-27 größer und komplexer ist als die MiG-29, hat der Abfangjäger den kleineren Jet bei den aktiven Stückzahlen überflügelt. Großen Anteil daran haben allerdings die Mehrzweckvariante Su-30 sowie die Fertigung der Flanker in China.

Der Prototyp T-10-1 flog erstmals am 20. Mai 1977. Erst nach einer umfangreichen Überarbeitung des Entwurfs wurde das Muster zu einem Erfolg. Die seriennahe T-10-S startete am 20. April 1981 zu ihrem Jungfernflug.

Die Su-27 ähnelt in mehrfacher Hinsicht ihrem Gegenstück, der Boeing F-15 Eagle. Ähnlich dimensioniert und ebenfalls mit doppeltem Seitenleitwerk versehen, begann auch die „Flanker“ ihre Karriere als Luftüberlegenheitsjäger. In Gestalt der zweisitzigen Su-30 mauserte auch sie sich in späteren Jahren zum Mehrzweckkampfflugzeug und Jagdbomber. Bis heute verkörpert sie das Rückgrat der russischen Luftstreitkräfte – 408 Exemplare der Typen Su-27, Su-30 sowie Su-35 „Super Flanker“ verrichten dort aktuell ihren Dienst.

Im Westen wurde die Su-27 vor allem dank der „Pugatschow-Kobra“ berühmt und berüchtigt – ein spektakuläres Flugmanöver, das der Testpilot Wiktor Pugatschow 1989 auf dem Aerosalon Paris erstmals vorführte und das die besondere Aerodynamik der Su-27 eindrucksvolll unterstrich.

Platz 2: Boeing F/A-18 Hornet / Super Hornet

1090 aktive Flugzeuge

Der Prototyp der F/A-18 startete am 18. November 1978 zu seinem Jungfernflug. Der größte Teil der heute aktiven Hornets fliegt natürlich in den USA bei Navy und Marine Corps. Weitere Nutzer sind Australien, Finnland, Kanada, Kuwait, Malaysia, die Schweiz und Spanien.

Die zweistrahlige F-18 geht auf einen Entwurf der Firma Northrop zurück und war von Beginn an auf den Flugzeugträgereinsatz zugeschnitten. Als Standard-Kampfflugzeug der US Navy ersetzte sie die alternden Muster Vought A-7 Corsair II und McDonnell F-4 Phantom II. Zudem stellte sie eine willkommene Ergänzung zur größeren Grummann F-14 Tomcat dar.

Mit dem Vorgängerentwurf YF-17 war Northrop zuvor in einem von der US Air Force ausgelobten Wettbewerb gegen die General Dynamics F-16 angetreten – und hatte den Kürzeren gezogen. Doch anstatt das Projekt zu begraben, verbündete sich Northrop mit McDonnell Douglas. Die aus dieser Zusammenarbeit entstandene F-18 machte bei der Marine Karriere.

Auch künftig wird die Hornet die Decks der US-Flugzeugträger beherrschen: Mit der nun von Boeing produzierten, knapp 30 Prozent größeren F/A-18E „Super Hornet“ gibt es einen hauseigenen Nachfolger, der in ihre Fußstapfen tritt. Für die EloKa-Version der „Super Hornet“, die EA-18 Growler, interessiert sich aktuell auch die Bundeswehr.

Platz 1: Lockheed Martin F-16 Fighting Falcon

2280 aktive Flugzeuge

Foto: Patrick Zwerger

Mit 2280 Flugzeugen stellt die F-16 Fighting Falcon rund 15 Prozent der globalen Kampfjet-Flotte. Damit ist der einstrahlige Kampfjet, der am 2. Februar 1974 erstmals abhob, der unangefochtene Spitzenreiter unseres Top 10-Rankings und so etwas wie der VW Golf unter den Kampfflugzeugen.

Dank Großbestellungen aus den USA und aus Europa erreichte die ursprünglich von General Dynamics entworfene F-16 schon früh hohe Stückzahlen. Ihr relativ günstiger Anschaffungspreis machte sie auch für kleinere Nationen interessant. So entwickelte sich die F-16 rasch zum neuen NATO-Standardkampfflugzeug.

Zahlreiche Verbesserungen und ein fortwährendes Modernisierungsprogramm sorgten dafür, dass der kampfstarke Falke auch heute längst nicht ztum alten Eisen gehört. Die Serienproduktion läuft seit 1976 – ununterbrochen. Als Gebrauchtflugzeug steht die F-16 ebenfalls hoch im Kurs.

Die aktuell größten Nutzer der F-16 sind die USA, gefolgt von der Türkei, Israel, Ägypten, Südkorea und Griechenland. Mehr als 4500 Exemplare sind insgesamt gebaut worden oder sind noch bestellt. Mit der F-35 Lightning II schickt sich allerdings bereits ein Nachfolger an, die F-16 vom Thron zu stoßen.

UAV DACH: Beitrag im Original auf https://www.flugrevue.de/militaer/top-10-die-meistverwendeten-kampfflugzeugtypen/, mit freundlicher Genehmigung von FLUG REVUE automatisch importiert, Der Beitrag gibt nicht unbedingt die Meinung oder Position des UAV DACH e.V. wieder.