Kurioser Zwischenfall

Zu einem kuriosen Zwischenfall ist es vergangene Woche auf der französischen Luftwaffenbasis Saint-Dizier gekommen: Ein ziviler Passagier hat sich beim Start einer Dassault Rafale B per Schleudersitz aus dem Cockpit katapultiert.

Auf der franzöischen Base Aérienne BA113 im Osten Frankreichs ist man es gewohnt, von Zeit zu Zeit im Kampfjet auch zivile Fluggäste zu sogenannten Orientierungsflügen mitzunehmen. Meist handelt es sich dabei im Journalisten oder Offizielle befreundeter Staaten, von deren Flugeindrücken sich Frankreich eine gute Presse, bzw. neue Kaufaufträge für seinen Vorzeige-Fighter Rafale erhofft.

Ob der Fluggast, der am vergangenen Mittwoch, dem 20. März, auf dem hinteren Sitz eines Rafale-Doppelsitzers Platz nahm, zur einen oder zur anderen Kategorie zählt, ist derzeit nicht bekannt. Dennoch dürften die Ereignisse dieses Tages allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben: Wie das Portal „The Aviationist“ berichtet, schoss sich der 64-jährige Passagier beim Start des Flugzeugs noch auf der Runway mit dem Schleudersitz aus dem Cockpit – und landete wenig später äußerst unsanft auf der Startbahn. Während der Rafale-Pilot den Fighter nach einer erweiterten Platzrunde wieder sicher auf dem Stützpunkt landen konnte und mit leichten Schnittwunden aus der Maschine stieg, zog sich der herausgeschossene Zivilist bei seinem unfreiwilligen Ausritt schwere Verletzungen am Rücken zu. Er wurde daher umgehend in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert. Laut einem Sprecher der französischen Armée de l’Air seien seine Verletzungen aber nicht lebensbedrohlich. Es bestehe kein Grund zur Sorge, sein Zustand sei stabil.

Technisches Versagen oder menschliche Unzulänglichkeit?

Unterdessen laufen die Ermittlungen, was genau den Ausschuss mit dem Schleudersitz versursacht haben könnte. Sowohl die militärische als auch die zivile Flugunfall-Behörde Frankreichs sowie die Gendarmerie de l’Air haben entsprechende Untersuchungen eingeleitet. Dass sich der Schleudersitz in Folge einer Fehlfunktion von selbst betätigt hat, gilt aber als recht unwahrscheinlich. Naheliegender scheint es, dass der Zivilist den Schleudersitz selbst ausgelöst hat, entweder aus Unachtsamkeit oder aus Versehen.

Passagiere erhalten umfangreiche Einweisung

Genau das aber hätte eigentlich gar nicht passieren dürfen: Denn bevor zivile Fluggäste ins Rafale-Cockpit klettern dürfen, müssen sie nicht nur einen medizinischen Check bestehen, sondern erhalten auch eine ausgiebige Einweisung. Diese umfasst neben den standardmäßigen Bedieneinheiten im Cockpit auch Notfallmaßnahmen wie den Ausschuss mit dem Schleudersitz. Dabei wird den Passagieren in der Regel klar erklärt, welche Hebel und Schalter im Cockpit sie auf gar keinen Fall berühren dürfen – zum Beispiel den Griff des Schleudersitzes. „The Aviationist“ mutmaßt, dass sich womöglich der Gurt einer mitgeführten Kamera auf verhängnisvolle Weise mit selbigem verhakt haben könnte. Der betroffene Passagier selbst hat sich noch nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert.

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