Schock für Liebhaber klassischer Airliner: Die Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung (DLBS) teilte am Wochenende mit, dass die Deutsche Lufthansa AG mit sofortiger Wirkung die Unterstützung der Junkers Ju 52 D-AQUI einstellt. Wie es weitergeht, ist ungewiss.

Ju 52 D-AQUI über der Müritz

Die Junkers Ju 52 D-AQUI wurde 1936 in Dessau gebaut. 2015 wurde sie offiziell zum Denkmal erklärt. Nun will die Lufthansa das fliegende Wahrzeichen nicht länger finanziell unterstützen. Foto und Copyright: Rimensberger  

 

Bei Aviatik-Enthusiasten macht sich die Lufthansa momentan wenig beliebt. Erst legte sie die geplante Restaurierung einer Lockheed Super Star auf Eis, nun entzieht sie mit der D-AQUI einem weiteren Wahrzeichen ihrer Historie die Unterstütung. Die Zukunft der weithin bekannten Junkers Ju 52 ist dadurchakut gefährdet, wie die DLBS in einer Email schreibt. Der Ausfall der Unterstützung durch die Lufthansa habe zur Folge, dass die Stiftung die Junkers nicht mehr kommerziell betreiben kann. Der Vorstand der DLBS bedauert die Entscheidung der Airline ausdrücklich – wie es weitergeht, ist derzeit ungewiss.

83 Jahre in der Luft

Dabei könnte sich eine Fluggesellschaft kaum einen besseren fliegenden Sympathieträger wünschen. Die D-AQUI war immer ein Highlight auf Flugtagen und über den Städten der Bundesrepublik. Jährlich flogen etwa 10000 Passagiere mit dem historischen Flugzeug über ganz Deutschland. Umso unverständlicher mutet es an, dass die Lufthansa nun die Unterstützung für die fliegende Legende einstellt. Der Markenbotschafter, der seit der Restaurierung über 10000 Stunden in der Luft war, steht damit vor einem erneuten Grounding. Erst 2015 hatte ein Bruch im Mittelholm für eine lange, aufwendige und kostspielige Reparatur gesorgt. In der vergangenen Saison konnte die mittlerweile 83 Jahre alte „Grande Dame“ der deutschen Luftfahrt den Flugbetrieb wieder aufnehmen.

Stiftung arbeitet an alternatioven Modellen

Der Vorstand der DLBS teilte weiterhin mit, dass bereits an alternativen Modellen zur Erhaltung der Junkers gearbeitet wird. Einzelheiten könnten derzeit noch nicht mitgeteilt werden. Sobald jedoch neue Informationen vorlägen, würden diese zugänglich gemacht. Eins ist vor dem aktuellen Hintergrund jedoch klar: die Zukunft der Tante Ju ist mehr als ungewiss. Es bleibt zu hoffen, dass die DLBS eine neue Möglichkeit der Finanzierung auf die Beine stellt. Es wäre eine Schande, wenn das fliegende Denkmal vom Himmel über Deutschland verschwindet.

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